W as ist Bowling?
W oher
kommt Bowling?
W ie spielt man Bowling?
Drei Fragen,
die hier so gut, wie möglich, beantwortet werden. Geholfen hat dabei eine Anleitung
der Brunswick GmbH, die den Chronisten 1961 bei seinen ersten Schritten auf der
Bowlingpiste begleitet hat.
Bowling ist eine Abart des normalen Kegelns auf neun
Kegel (Bohle, Schere, Asphalt) und wurde in den USA erfunden. Das Hauptziel
beim Bowling besteht darin, mit jedem Wurf von den hier vorhandenen zehn Pins
so viel wie möglich zu treffen. Schafft man dies nicht mit dem ersten Wurf, so
hat man einen weiteren, um den verbliebenen Rest „abzuräumen“. Hat
man dieses erreicht, so ergibt das einen „Spare“ und der folgende
Anwurf wird zu den insgesamt erzielten zehn Pins hinzugezählt.

Das Resultat wird in das erste Kästchen des zehn Felder umfassenden Spielformulars eingetragen.
Wurde das Räumziel nicht erreicht, so wird das Ergebnis der beiden Würfe sofort
eingetragen. Der Spielzettel (heute meist ersetzt durch eine elektronische
Anzeige) hat zehn Felder, die auf diese beschriebene Art abgespielt werden. Ein
Bowler kann maximal zwölf „Strikes“
(alle 10 Pins) hintereinander werfen, das sind 10 Felder plus 2 Zusatzwürfe,
und somit die höchste Punktzahl von 300 erreichten.

Schon im Grabgewölbe eines ägyptischen Kindes aus dem
Jahre 5200 vor unserer Zeitrechnung fand man Kegel, die den heute gebräuchlichen
ähneln. Demnach wurde unser Sport schon
vor mehr als 7000 Jahren betrieben und dürfte somit, wenn auch in wechselnden
Formen, zu den ältesten Spielen der Menschheit gehören.

Auch das heute in Italien so beliebte Boccia wurde
als Spielart des Bowling bereits zu Caesars Zeiten in
Norditalien praktiziert. Im Deutschland des 3. Jahrhunderts hatte sich das
Kegeln vom Spiel oder Sport zu einer religiösen Kulthandlung gewandelt. Die
Pins stellten damals heidnische Feinde der Kirche dar. Brachte ein Christ viele
Pins zu Fall, so galt dies als Zeichen für ein Gott
wohlgefälliges Leben; traf er wenige, so vermutete man das Gegenteil. Durch die
Priester, die in ihrer Freizeit das Kegeln als Spiel betrieben, wandelte sich
der Sinn bald wieder zum Unterhaltungsspiel. In Holland vergnügte man sich mit
dem Spiel auf neun Kegel. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich eine Form des
10-Pin-Bowling, „skittles“ genannt, rasch
über die ganze britische Insel, während die Schotten „curling“
und die Italiener Boccia spielten. Der moderne Bowlingsport geht auf das Spiel
mit neun Kegeln zurück. In den USA, wo das Kegeln auf neun Pins als Glücksspiel
verboten war, fügte man einfach einen zehnten Pin dazu. Daraus ergibt sich auch
die dreieckige Anordnung der aufgestellten Pins.

Zum Bowling benötigt man eine Drei-Finger-Lochkugel,
die von fachkundigem Personal angepasst wird. Das Gewicht bewegt sich je nach
körperlicher Statur zwischen 4,5 und 7,2 kg. Dazu kommen ein Paar Gleitschuhe,
ohne die man die Bowlingbahn nicht betreten darf und eine Tasche für die
Unterbringung. Als Anfänger sollte man sich von sachkundigen Freunden beraten
lassen, wie man die Kugel hält, damit anläuft und dieselbe abgibt. Wenn eine
Bowlingschule in der Halle vorhanden ist, auf jeden Fall diesen Service nutzen.
Als Mitglied eines Vereins werden dem Neuling die meist vorhandenen
Übungsleiter behilflich sein.

Ansonsten wären für alle Spieler und Spielerinnen
folgende Höflichkeits- und Anstandsregeln zu beachten:
Überschreite nicht die Foul-Linie
Zügele dein Temperament und deine
Zunge
Bereitet sich auf der angrenzenden
Bahn ein Spieler auf seinen Wurf vor, so lasse ihm den Vortritt. Behindere
nicht seinen Anlauf, wenn du deine Kugel aufnimmst.
Bleibe auf deiner Bahn. Betrete
keine Nachbarbahn.
Halte das
Spiel im Gang. Hat deine Kugel die Pins getroffen, so gehe gleich wieder in die
Ausgangsstellung zurück.
Lenke deinen Gegner nicht ab, wenn
er sich zum Spielen anschickt.
Es ist nicht einfach, zu verlieren
und schwer, ein guter Verlierer zu sein – aber: Beifall, wem Beifall
gebührt.
Splits, Fehler und Fouls gehören
genauso zum Spiel wie Strikes und Spares.
Mache nicht die Bahn für dein Pech verantwortlich. Besser ist, du stellst deine
Fehler fest und korrigierst sie.
